Post mortem

von stuekkwerk

A: Gibt es viele unentdeckt Gebliebene, glaubst du?

B: Schriftsteller? Nein. Die Zeit fördert sie zu Tage; spült sie an Land, die Versunkenen, irgendwann. Jeder einzelne kommt letztlich da an, wo er es verdient..

A: Aber ist nicht das eine wovon du sprichst das Schicksal des Werkes, das andere der Verdienst des Lesers? Wenn einer, der schon lange auf Abwegen unterwegs ist, der nebendraußenliest also, einen längst dem Vergessen Anheimgefallenen entdeckt und es nur seinem Freunde schreibt, in einem Brief, dann ist es schon getan.

B: Ein fürchterlicher Gedanke: nach dem Tod seinen Lesern ausgeliefert zu sein

A: Aber auch andersherum ist man als Leser dem noch lebenden Schriftstellern ausgeliefert, wie du es sagst. Dieses Gefühl, wenn man alles von einem Autoren gelesen hat und derjenige tot ist: keine fürchterlichen Überraschungen, Enttäuschungen mehr, die möglich gewesen sind, sogar wahrscheinlich.

B: Du Elendiger

About these ads