Joseph: Freund; ich brauche deine Hilfe
Franz: sage nur was! Immer warst du da, wenn ich nach dir fragte. Immer konnte ich meine Verzweiflung zu dir tragen, ich konnte mit Sorgen vollgepackt zu dir kommen und oft auch ohne, aber jedesmal ging ich erfüllt.
Joseph: ja, ich half dir mit der Arbeit, die du nicht fertigbrachtest oder nahm sie dir ganz ab; weil du ungeschickt bist mit ihr und nicht dazu taugst.
Franz: ohne dich hätte ich nichts, ich müsste des winters verhungern oder erfrieren, oder ich müsste mir die Brosamen, die bei den andern übriggebliebenen auf schimpfliche Weise erschwindeln. Und sowohl du wusstest, daß ich spiele und trinke, gingst du meiner Arbeit nach und allzu oft blieb deine dafür ungetan. Du gabst mir dein Brot, übtest den Verzicht statt meiner, der ich zu schwach bin und teiltest dein Holz, daß ich im Herbst zu besorgen vergas. Und als ich krank lag, liefst du nach der Stadt für Arzt und Arznei.
Joseph: ich erinnere mich gut: es war, weil du in der Kälte saßest und und rauchtest und trankst, wie im Wahn: um den Sternen nachzuschauen, wie du sagtest. Wurdest du ob der Kälte krank oder ob deines Wahns?
Franz: ich weiß es nicht aber so war es. Ich bin der Glücklichste, daß du nun deinerseits meine Hilfe in Anspruch nehmen willst.
Joseph: niemals habe ich etwas erbeten, jetzt aber flehe ich, ich erflehe ein einziges Mal deine Hilfe. Nie hast du gearbeitet, das stimmt, nie dein Tagwerk verrichtet, wie die anderen Leut, oder darüber hinaus geholfen bei der Ernte und bei der Saat. Du hast nicht gekonnt, weil du immerzu träumtest. Du brachtest deine Zeit mit Büchern zu, so dick wie Holzscheite und du schriebst und die Leut dachten, du wärst ein Taugenichts. Ich beobachtete dich: du warst keiner der Jenigen. Du warst weit entfernt. Ich sage es dir gleich, nichts hält mich mehr auf dieser Welt. Ich bin alt geworden. Ich habe alles getan. ich habe, sofern es ging, immer meinen Dienst getan und geholfen, habe zum HerrGOtt gebetet und hatte eine Frau und ein paar Kinder. Aber du hast nichts, nur deine Träume: so nimm mein Geld und mein Haus, du wirst es gut haben. Aber wenn deine Bücher und Träume und deine Schreibübungen etwas nütze waren, so schaffe mir ein Fenster hinaus aus dieser Welt.
[Franz: Das ist der Schlag, auf den ich lange gewartet habe, den ich kommen sah, der kommen musste. Ich bitte dich: bestürme mich nicht, tu nichts als warten und dich besinnen auf das, was du schon erhalten und erfahren hast. Du bist ihr doch schon so nahe, der Letzten Geduld, der wendenden./ T.K.]