Wenn Du dies liest, lieber Freund: einziger, bin ich dir schon fern: im fremden Land, am andern Ufer eines Meeres, das uns trennt oder Zuhause, und schließe nur nicht auf, wenn es läutet. Es braucht ein Versteck für mich oder eine Grube bloß, worin ich mich verschanzen kann für eine Zeit.
Weißt Du noch? Erinnerst Du die Tage, die frühern , die wir unterm Volk verbracht mit Lachen, Trinken, Raufen gar? Wo Dir mein Lächeln Lohn war: Abfindung für düstere Tage, dunkler Katakomben gleich, mit nicht aufhören wollenden Gängen nach allen Seiten Richtung Finsternis sich windend, in die ich dich hinunterführte,du, der du mir folgtest, in die du mitgingst, mir zu liebe, deren Schwärze Du nur als Beschützer meiner noch ertrugst. Du schulterste mich. Anders ging es nicht. Immer wenn es nicht mehr geht, tauchst du auf und rettest mich.
Das ist der Grund, warum ich floh. Mit dir blieb mir das Schlimmste und Allerschlimmste verwehrt, das jetzt beglichen werden muss. Wie einer, der klopft, den man lange schon erwartet und gefürchtet hat und, nach Jahren, freudig willkommen heißt.
Franz